// UPDATED: Der Längste, der Härteste, der Letzte!!

Ich bin am Ziel angekommen!

Vorne weg einmal wird es Zeit, fairerweise etwas zu Veröffentlichen, was bereits seit ein paar Monaten feststeht.

Es ist definitiv die letzte Saison des Markus Strini- warum, dazu später.

Wie bereits in der Aussendung vor dem Rennen bekannt gegeben, wußte ich um der Härte des Rennens und der suboptimalen Vorbereitung dafür. Für mich stellte das jedoch nichts Neues da, da ich schon oft in so einer Situation war und trotzdem super Rennen machte. Außerdem war ich ja doch immerhin 4 Wochen in Spanien auf Trainingslager. Wie auch immer, die Motivation und Einstellung sollte passen.

Der Schwimmstart

Unter tollen Sonnenaufgangs Atmosphäre positionierten wir Profis uns an der Startlinie im Wasser. Die Situation ist immer eine etwas Heikle. Alle sind nervös, Die Boote versuchen die Meute im Zaum zu halten und der Hubschrauber über den Köpfen signalisiert den kommenden Startschuss. Da ich die „Pros“ doch schon sehr gut kenne, weiß ich ungefähr wo sich die Schwimmer in meinem Leistungsklasse finden. Ich in zweiter Reihe, um es mir gleich an den Beinen des Vordermannes(frau) „gemütlich“ zu machen- das Drafting im Schwimmschatten bringt ungefähr 10-15%. Dann der Startschuss und der Untergang für mein Rennen. Ich entschloss mich kurzerhand doch der Gruppe rechts von mir zu folgen und schwamm dazu meinem Frontmann mit meinem Körper quer über die Füße. Beim Schwimmstart wird voll aus den Beinen heraus beschleunigt um einmal Geschwindigkeit aufzunehmen. Genau das tat dieser Schwimmen und gab mir mit seiner Ferse einen massiven Kick in die Brust. Ich spürte nur ein dumpfes „knockendes“ Gefühl, dass ich leider schon allzu gut kenne. Mir blieb die Luft weg und ich mußte mich an einem Boot festhalten. Bereits 2 x habe ich mir die Rippen beim Sport angeknackst und weiß daher wie sich das anfühlt. Als ich wieder Luft bekam dachte ich aber gar nicht all zuviel darüber nach und schwamm los. Da war dieser stechende Schmerz in der Brust- rechts unten. Zum Glück auf der Seite die ich weniger beim Schwimmen streche- da man immer auf die gleiche Seite atmet. Ich mach es kurz, ich wußte was los war und versuchte mich zu beruhigen. Ich habe mir schon einmal, gleich am Anfang bei einem Trainingslager 2 Rippen gebrochen und trotzdem das ganze Training durchgezogen. Es schmerzt zwar, aber es kann im Prinzip nicht viel passieren- wenn die Rippe die Lunge ansticht merkt man das ohnedies gleich.

Das wars auch schon. Hawaii  war somit in unerreichbaren Ferne gerückt, was es ehrlich gesagt eh schon war, wenn ich nicht heute einen großen Tag gehabt hätte. Diesen Ironman und den in Regensburg- dort wollte ich mich mit einer tollen Leistung verabschieden falls, die Hawaiichancen dort null wären.

Das Radln

Gleich beim ersten Hupferl merkte ich was los war. Dann kam natürlich mein Husten dazu, der zwar heuet aufgrund des Wetters nicht schlimm war (über 30°), aber wenn ich Hustete hatte ich das Gefühl es rammt mit einer ein Messer in die Brust. Florida und Mexiko, meine zwei letzten Ironmanrennen davor führten mich an die absolute gesundheitliche Leistungsgrenze. Ich hatte es einfach satt immer nur ums Überleben zu kämpfen, denn an eine Platzierung war eh nicht mehr zu denken. Nach 30 Kilometern war ich soweit, im Juni kommt unser drittes Kind zur Welt, für was soll ich in solcher Situation noch was riskieren. Dann begann ich mit selber zu diskutieren- es mag Schizophren klingen, aber in solch einer Situation hab ich niemanden, nur mich selbst. Ich einigte mich auf einen Deal. Hawaii ist dahin, die letzte Rennen, vor allem Mexiko war mehr als grenzwertig. Ich wollte meine weiße Weste, das ich noch nie ein Rennen aufgegeben habe, nicht beschmutzen, mir zu liebe und allen Menschen die an mich glauben. „Wenn ich das Rennen heute durchstehe, egal was ich dafür tun muß und wie lange ich brauche, dann soll es das Letzte sein- abgemacht!“ Ich nahm also Druck heraus und versuchte zu schonen was zu schonen war.

Natürlich kam dann noch der Lenker dazu, von dem ich erzähle- bei jedem Hupferl gab der Aufleger nach, aber das war das geringste Problem. Mit der Zeit fand ich eine Position bei der es einigermaßen erträglich war, doch ich wußte das man das nicht mit dem Laufen vergleichen konnte.

 

Das Laufen

Jedem der einmal eine gebrochene oder geprellte Rippe gehabt hat, brauche ich nichts zu erzählen- die Vibrationen sind zum aus der Haut fahren. Es wurde für mich wirklich zum Martyrium. Mark Allen(6fach Hawaii Sieger) sagte einst: „Ein beständiger Schmerz braucht eine beständige Antwort!“, dass erste Mal in meinem Traithlonleben fand ich keine. Meinen Leitspruch, den ich meinen Athleten immer sage: „Wenn Du einmal im Rennen, bist geht es imm Weiter, egal was kommt!“ viel mir auf den Kopf- den es passierte in der ersten Sekunde, Ironie des Schicksals. Ja was dann kam hatte nichts mehr mit Laufen zu tun und bewegte sich zwischen Kreislaufproblemen, kurzen Emotionalen Ausbrüchen und Hoffnung es doch zu schaffen.

Der Zieleinlauf war wohl der schönste meines Lebens und mit einem Weinkrampf fiel ich den Helfern in die Hände. Nicht der Abschluss den ich mir vielleicht gewünscht habe, aber wenn ich jetzt so drüber nachdenken, vielleicht genau der, der meine Traithlonkarriere am Besten beschreibt. Es fällt mir nicht leicht diese Worte zu schreiben und man soll es bitte ja nicht falsch verstehen. Ich liebte das was ich gemacht habe über alles und lebte das zu 100%. Für mich habe ich in dieser Zeit alles erreicht was ich mir je erträumt habe und das zählt für mich. Eine weitere Top 10 Platzierung hätte daran wohl nichts mehr verändert und so hat mir der Ironman noch einmal das gegeben was ich auch im bisherigen und im weiteren Leben davon mitnehmen werde, nämlich, das es immer weiter geht meine Freunde.

So auch in meiner Zukunft, über deren Projekte ich noch ausführlich berichten werde. Natürlich werde ich diese Saison auch noch dem Triathlonzirkus aktiv erhalten bleiben, mit dem Ironman habe ich in Frieden abgeschlossen. Es sind aber nicht nur die beruflichen Projekte alleine sondern in erster Linie meine Familiäre Situation. Der Triathlon hat mit soviel gegeben, doch jetzt ist einmal meine Familie dran. Das bin ich meiner Frau nach 13 Jahren, in denen Sie immer hinter mir stand schuldig! Auch der Umstand das ich 27 Jahre Hochleistungssport mache und ich meinen Körper alles abverlangt habe. Es wird Zeit den Jungen, deren es in Österreich eh schon soviel tolle gibt Raum zu geben. Natürlich nicht sportlich den das beweisen sie ohnedies schon- hier eine dicke Gratulation an Ernst Moser zu seinem tollen 11. Platz. Mit Ihm wächst ein hoffnungsvoller Steirer im Ironmanzirkus heran!

Also liebe Freunde über alle weiteren Triathlonereignisse meinerseits sowie den angesprochenen Projekten der Zukunft halte ich Euch am Laufenden!!

Gute Nacht aus Utah- ein Voltaren zum Schlafen hab ich mir schon „einigschossen“

Euer Markus

 

// Markus
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