// Erstes Anfreunden mit Amerika

Liebe Triathlonfreunde,

das erste Anfreunden mit Amerika ist getan.

Es war von Beginn weg eine komische Situation für mich. Noch nie in meinem Leben bin ich bei einem Rennen an den Start gegangen wo ich schon vor dem Start vorhatte, nicht alles zu geben. Ich hoffe es hat mir keinen „Knacks“ in der Birne gegeben.

Zum Schwimmen. Die Amis haben sich da wieder einmal ausgezeichnet. Der Rennstart mußte um 10 Minuten nach hinten verlegt werden da es noch zu Finster war. Es ist mir gar nicht aufgefallen das es an den Vortagen anders war. Fakt war aber das selbst beim verlegten Start die erste Boje noch immer nicht zu sehen war und ich nur in fragenden Profigesichter schaute.

Ich ging es gemütlich an. Vor dem Rennen hatte ich nur eine kurze Einheit im Meer und wollte ein Tempo schwimmen das nur knapp über der „Ironmanpace“ lag. Ich fand auch Beine hinter denen ich es mir gemütlich machte. Das es letztlich dann so langsam war erschreckte mich jetzt retrospektiv aber gut. Es war auf alle Fälle mehr als 1,9Kilometer und ohne der Mithilfe meines geliebten Neoprens. Kurz gesagt da muß ich im Norden Floridas was drauflegen.

Das Radln war dann schon was Besonderes! Man stelle sich eine amerikanische Großstadt vor, mitten im Zentrum. Von dort ging es 90 Kilometer von einer Gasse in die nächste und dann schließlich in die Vorstadt. Mit einem Wort nur durch dichtest besiedelte Gegend. 100erte von Abzweigungen, gefährliche Asphaltzustände (wirklich tiefe oft schlecht sichtbare Schlaglöcher) und unzählige Kreuzungsüberquerungen. Im Zentrum fand ich das ja kurz noch toll durch leergefegt Straßen zwischen den Wolkenkratzern und von Polizei eskortiert dahin zu bügeln, aber spätestens nach den ersten Kreuzungen verging es mir dann. Nach der Schwimmleistung war ich natürlich alleine am Rad und die Polizisten verrechneten sich ständig mit meiner Geschwindigkeit. Sie ließen kurz vor mir noch Autos über die Kreuzungen und ich kam mehrmals zum Stillstand- ein Katastrophenritt. Was mich aber fasziniert hat ist der Polizeiapparat in Miami. Vor jeder auch noch so kleinen Einfahrt (damit meine ich auch kleinste Wohngassen) stand ein Polizeiauto mit Blaulicht – über 90km!!! Wenn da jemand von der Mafia Zeit hatte sich das Rennen anzuschauen, dann wissen sie jetzt wann sie den nächsten großen Coup landen können – Halfironman Miami 2011!

Ich versuchte auch hier einen Pace zu gehen die dem Ironmantempo nahekommt bzw. leicht drüber- war gar nicht so einfach, denn wie schnell ist das? Es wäre gelogen wenn es sich nicht trotzdem auch hart anfühlte aber in Momenten wo ich normal einen Gang höher schalten würde blieb ich konstant.

Das Laufen dann schließlich noch die läßtige Pflichterfüllung. Ich merkte aber das ich eine gute Laufform habe, denn ich war nie am vollen Maximum und überholte. Resultierend natürlich auch von den „Körnern“ die ich vom Radln her übrig ließ. Trotzdem war es dann aber unter den Hitzebedingungen alles andere als ein Spaziergang. Platz 14 in der Profiwertung. Was noch im Maximalbetrieb drin gewesen wäre, drüber will ich gar nicht spekulieren, war auch nicht Sinn der Sache.

Alles in allem ein sehr gutes Training. Ich versuchte auch im ganzen Rennen mich gut zu Verpflegen um mich nicht ganz leer zu fahren. Das Schwerste von allem war aber dieses mal die Motivation. Es fehlte irgendwie der Fokus wenn man eh weiß das man nicht alles hergeben darf und das hat das Rennen im Kopf sehr lange und anstrengend gemacht. Eine neue Erfahrung und die Hoffnung das es mir für nächste Woche den notwendigen körperlichen Feinschliff verliehen hat. Jetzt heißt es Regenerieren und morgen trete ich die Reise in den Norden Floridas an. Ob es mir Körner gekostet hat werde ich, wenn ja, dort wohl auf schmerzvolle Weiße erfahren. Ich gehe vom Gegenteil aus.

Also nicht vergessen, es geht immer weiter…

Übrigens, habe zwar 180 Punkte für die Qualifikation mitgenommen – diese werden aber mit Sicherheit keine Auswirkung haben.

Lg und gute Nacht aus Miami
Markus

PS.: An alle Triathleten, das Rennen muss man wirklich nicht machen!!

// Markus
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