// Der Kampf mit der Kälte

Liebe Triathlonfreunde,

es ist getan. Ein sehr, sehr schwerer Tag liegt hinter mir. Jetzt hab ich schon über 30 Langdistanzen in den Beinen und jedes Mal hält der Wettkampf neue Überraschungen und Herausforderungen bereit. Aber vielleicht ist gerade das der Reiz, das Abenteuer immer wieder einen zu machen. Als ich in Miami aus dem Flieger stieg dachte ich das ich gegen eine Wand zu laufen, so heiß und schwül war es. Ich wusste gar nicht was ich alles unternehmen soll um mich hier an diese Klima so schnell wie möglich anzupassen. Eine Woche später stand ich dann gestern am Start des Ironman Florida und hatte 4C° mit dem kalten Nordwind gefühlte Temperaturen von fast 0 Grad!!!!! Da fliegt einem sprichwörtlich das Blech weg.

Aber von vorne. In Miami lachte ich beim Wäsche auspacken noch und sagte zu mir selbst das ich immer den gleichen Fehler mache und zu viel warme Wäsche mit habe, wenn ich zu Destinationen wie z.B. Hawaii fliege. Gestern wusste ich gar nicht was ich noch alles anziehen könnte.
Trotzdem, von dem Moment an als ich das Hotel um 4Uhr 30 am Morgen verließ bis zum Zeitpunkt wo ich wieder in der Badewanne lag (20:00Uhr) fror ich bis ins unermessliche.

Das Schwimmen war noch das angenehmste da das Wasser erträgliche Temperaturen hatte. Ich hatte nur zu Beginn ein wenig Schwierigkeiten da ich fast zu spät zum Start kam (wollte so lange wie möglich in der warmen Lobby des Hotels bleiben und hatte dann Schwierigkeiten durch die Massen zum Start zu gelangen) und mich nicht mehr einschwimmen konnte. Dadurch konnte sich die Schwimmbrille an die Temperaturschwankung nicht anpassen und sie lief gnadenlos an, ich hatte null Orientierung. Trotzdem konnte ich mich wieder alleine nach vorne arbeiten und fasste eine Gruppe. Mit guten 10min auf die Führungsgruppe stieg ich aus dem Golf von Mexiko, was für mich als Flachwasserschwimmer für diese Verhältnisse hier als akzeptabel gilt.

Dann ein Fehler. Ich wusste nicht wie ich mich richtig anziehen sollte da für später wärmere Temperaturen vorhergesagt waren (diese erreichten dann jedoch nie mehr als 15 Grad). Ich versuchte es nur mit kurzem Trikot und Ärmlingen. Jetzt stellt Euch vor, bei uns zu Hause gefühlte 0 Grad am Rad mit Nassem kurzem Trikot und eiskaltem Wind Rad zu fahren. Jeder kämpfte von Beginn an erstmals nicht um Platzierungen sondern mit der Situation die Kälte in den Griff zu bekommen. Meinen Nassen Finger klebten an den Schalthebeln, sie froren richtig an und das in Florida. Die ersten 2 Stunden war es nicht möglich einen Riegel zu halten geschweige denn zu öffnen. Die Hände waren tot. Mein größtes Problem allerdings war mein Asthma das wieder voll zuschlug. Zum Zittern am ganzen Körper kam eine Hustenattake nach der anderen. Nach 2 Stunden hatte ich die Kälte und den Husten besser im Griff doch dann kam das nächste Problem. Ich bekam massive ziehende Schmerzen vom Ischias übers rechte Gesäß bis in die Oberschenkelhinterseite. Ich glaube, dass ich mich durch die nasse Wäsche und den eisigen Wind eine Verkühlung zuzog. Dieser Schmerz war immer präsent bis zum Finish und war besonders spürbar wenn der Wind drauf blies. Ich bekam nach dem Rennen auch eine Schmerzinfussion und wachte heute Nacht ständig auf wenn ich mich auf diese Seite drehte. Ich muss jetzt voll an therapieren um das Problem bis Cozumel in den Griff zu kriegen.

Da ich Schwimmbedingt wieder einmal 150 Kilometer bei sehr starken Windverhältnissen im Alleingang (die ersten 12 Athleten klebten aneinander) unterwegs war und das Rennen beim Radeln wirklich auf der Kippe stand war ich mit der Leistung in diesem Part zufrieden. Beim Laufen konnte ich mich dann wieder fangen, da es doch eine andere Muskelbelastung und der Wind nicht so spürbar war. Der erste Halbmarathon mit 1 Std 30min war ok doch dann büßte ich für die Körner am Rad. Die Kälte hat mir sehr viel an Energie genommen und auch die Schmerzsituation.

Gestern war sie wieder da, die Frage warum und hör lieber auf. Dieser Teufel wird bei solchen Rennen dann besonders stark. Ich habe aber, wie ich es mir vorgenommen habe in jeder Sekunde alles gegeben und bin stolz dem Rennen getrotzt zu haben. Vielleicht ein gutes Mentales Training für Cozumel und dort mit einem besseren Rennverlauf für mich. Der Preis, lächerliche 50 Punkte für Hawaii, ein 19. Platz bei den Profis aber trotzdem wieder einmal die Gewissheit dass es immer weiter geht…

Euer
Markus

// Markus
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