// Vorbei ist vorbei

Liebe Triathlonfreunde,

vorbei ist vorbei und so auch meine Chance im wichtigsten Rennen meiner „Tournee“ mit einer Top Platzierung in die Winterpause zu gehen.

Von Anfang an.

Das Schwimmen

Die letzten Tage vor dem Rennen habe ich immer Alpträume und das wirklich vor jedem Ironman. Das ist so ähnlich wie Ihr vielleicht selbst schon erlebt habt. Ihr wollt vor etwas weglaufen und bleibt am Platz stehen. Ich träum immer davon das Rennen zu versäumen. Ich will zum Start und werde immer aufgehalten. Daher stell ich mir auch immer 2 Wecker, steh die Tage davor schon immer um die gleiche Zeit auf usw.

Hier bei dem Rennen gab es kein Profimeeting vor dem Rennen, was sehr ungewöhnlich ist aber bei so einem Inselrennen schon mal vorkomme kann. Ich bin also nicht zum allgemeinen Meeting gegangen da bei 2500 Startern das immer sehr streßig ist.

Ich habe mir also alle Infos bei der Registrierung vom Profibeauftragten geben lassen und Ihn die verschiedensten Dinge gefragt. Den Rest hab ich aus der Homepage nachgelesen. Nirgends stand eine andere Startzeit als 7:00Uhr auch nicht für die Pros. Ich erledigte also am Rennmorgen alles schön der Reihe nach- Rad aufpumpen, Toilettengang usw. Ich wollte mich sehr gut Aufwärmen und bin daher schon um 6Uhr35 zum Start gegangen. Plötzlich trau ich meinen Augen nicht. Alle Profis waren an der Startline und „ready to go“. Die Meute peitschte schon zum Start an und der war ca. 100m vom Strand entfernt. Ich fragte schnell einen Offizielen wann der Start den sei. Er sagte,“ Um 6Uhr40 also jeden Moment“. Wie von der Tarantel gestochen schupfte ich mich durch die Menschenmassen kraulte ohne aufzuwärmen volle Kanne raus. Es dauerte keine 20sec als ich dort ankam und der Startschuß viel- da kamen Gefühle wie in Lake Placid auf, wo ich wegen dem Helm fast nicht starten konnte. Nach den ersten Metern war es mir richtig schlecht vor lauter Aufregung, mein Alptraum wäre fast wahr geworden. Das ich nicht mehr durch den Registrierungsbogen mit meinem Chip gehen konnte beunruhigte mich zusätzlich. Nach den erste 100 Metern beruhigte ich mich aber, konzentrierte mich auf das was Sache war und konnte eine gute Gruppe fassen. Da das Schwimmen ohne Neo statt fand, befürchtete ich größere Rückstände, was sich aber nicht bewahrheitete. Ich ließ die Gruppe nicht aus dem Auge und schwamm unter einer Stunde was wirklich ok war und die Rückstände im erträglichen ließen.

Das Radln

Hitze und Wind kamen wie das Amen im Gebet. Mit dem Ungarn Josef Mayor konnte ich bis zum US Amerikaner Patrick Evoe aufschließen und machte einiges an Raum gut, doch leider mußte ich die zwei nach der „Special Need Stadion“ ziehen lassen, als die Helfer mein Sackerl mit der Eigenverpflegung nicht finden konnten. Das allerdings brauchte ich, denn meine Speicher und Taschen waren leer. So mußte ich die zweite Hälfte des Rennens alleine bestreiten. Eh nichts neues für mich. Ich blieb aber immer voll Konzentriert und war absolut guter Dinge. Kein Husten, die Beine fühlten sich gut an und ich war voll motiviert. Ja ich nahm teilweise sogar bewußt ein wenig raus, da ich tiefsten Respekt vor dem Marathon hatte. In der eine Trainingswoche davor fühlten sich sogar 30 Minuten Läufe verdammt hart in der Hitze und Schwüle an. Mit einer Radzeit von 4 Std 35min konnte ich wirklich zufrieden sein und war voll im Topfeld dabei. Tausend Prozent davon überzeugt das es heute klappen wird. Wie ich vom Rad stieg fühlten sich die Beine locker an und ich war bereit voll zu attakieren.

Das Laufen

Vielleicht ein bisschen zu beherzt ging es gleich aus der Wechselzone raus und schon nach der erste Meile merkte ich wie der Körper zum Kochen anfing. Gefühle die ich nur aus China und Hawaii kenne. Ich mußte Tempo rausnehmen den der Puls schoß ins unermessliche. Es dauerte keine 5 Kilometer und ich bekam die ersten Kreislaufprobleme obwohl ich mich sonst körperlich so stark fühlte. Nach 10 Kilometer dann das Aus. Ich lief gegen die Wand- I hit the wall, wie es auf gut Neudeutsch so schön heißt. Ich bekam massive Kopfschmerzen und hatte das Gefühl mir zerreißt es den Kopf vor lauter Hitze. Es war vorbei- obwohl ich sah das die anderen genauso kämpften und sich meine Muskulatur nach wie vor super anfühlte ging nichts mehr. Von diesem Zeitpunkt wußte ich das ich auf Überleben umschalten muß sonst fall ich um. Es folgte die ganze Palette. Die Hitze schlug mir auf den Magen, Erbrechen 3x insgesamt, ich brachte nichts mehr rein. Bei Kilometer 18 mußte ich dann dringent auf die Toilette, ein Dixiklo mitten in der Sonne. Es hatte ungefähr 45 Grad oder mehr darin. Ich setzte mich hin und merkte das ich keine Luft mehr bekam und mir die Augen zu flimmern begannen. Im Sitzen schloß ich die Tür auf, den wenn es mich umgehauen hätte würde ich noch immer da drin liegen. Jetzt saß ich auf der Klomuschel, kurz vor dem Kollaps und mußte einen Helfer bitte sich neben die Toilette zu stellen. Der Tiefpunkt war erreicht. Der Helfer verständigte auf spanisch das Rote Kreuz was ich Ihm ausreden wollte, das aber sehr schwer war da sich mein spanisch aber auf ein simples „Ola“ beschränkt- Sitzend auf der Toilette kam es zu einer wahrlich „heißen “ Diskussion. Dann kam natürlich wer vom Roten Kreuz. Viel Palaber und sie wollten mich überreden das ich Ihnen mit komme. Ich sah das sie mich nicht verstanden und lief einfach wieder los. Was jetzt kam war die Taktik von Labestelle zu Labestelle zu kommen, die unterste Stufe wenn gar nichts mehr geht. Dort angekommen Gehpause- Eis in jede freie Tasche und das Problem, was soll ich Essen. Es war mir ein fach nur schlecht und der Kopf hämmerte zum zerbersten.

Ich hatte weder einen Funken Kraft noch Lust weiter zu kämpfen und habe eigentlich nur fertig gemacht weil ich nicht umgeflogen bin. Nur aus Pflicht zu finishen macht ein Rennen zum echten Kraus, dabei hatte ich gute Karten. Egal ich bin einfach nur froh das es vorbei ist und ich endlich nach Hause zu meiner Familie komme.

Mit dem 16. Platz und einer Zeit von 9Std03min beendete ich den Horror mit einer 2 stündigen Visitation im Medizinzelt. Dort lag ich mit Fieber und Schüttelfrost und kam nur sehr schwer wieder auf die Beine. Das ärgerliche, diese fühlen sich auch jetzt noch an, als könnten sie Laufen. Aber so ist es halt, für ein gutes Rennen muß der ganze Körper funktionieren. Mich zerstörte heute die Hitze, das steht eindeutig fest. Aber es gab auch einige ProminenteAusfälle und die Marathonzeiten ließen generell zu wünschen übrig. Für solche Bedingungen brauche ich zumindest 2 Wochen hartes Training bei solchen Bedingungen um mich an die Hitze zu gewöhnen, was ich auf Hawaii auch erst lernen mußte. Dieses mal war es aber auf Grund von der kurzen Pause nach Florida nicht drin. Eigentlich sollte mich ja Florida auf diese Hitze vorbereiten, daraus wurde bekanntlich ja nichts.

Zu den Punkten und zum Ranking muß ich mich erst schlau machen, ist aber logischerweise weit weg von dem Erhofften. Eines an dieser Stelle sei gesagt, das solche Rennen nicht gesund sind liegt auf der Hand. So viele in so kurzer Zeit zu machen auch. Die WTC zwingt uns aber mit der neuen Regel mind. 5 Ironman oder mehr pro Jahr zu machen und die Profis tun das auch. Es waren hier auch 2 Athleten am Start die erst letzte Woche beim Ironman Arizona am Start waren und jetzt schon wieder, erfolgreich wohl gemerkt- weiß nicht wie die das machen. Auf alle Fälle ist das jetzt keine Taktik von mir alleine, sondern die Profis starten alle und einige davon beinahe bei jedem Rennen. Das wird sicherlich langfristig auch keine Lösung sein. Wie viele Punkte man für Hawaii braucht? Keiner weiß es.

Für mich ist jetzt einmal Winterpause angesetzt, aber ein absolutes Highlight fürs nächste Jahr hab ich aber schon fix und das ist im Juni, wenn ich zum 3 mal Vater werde!!!!!!

Zwei Sachen möchte ich zum Wettkampf unbedingt noch loswerden. Zum Ersten gibt es 2 erfreuliche Meldungen aus österreichischer Sicht im Altersklassenbereich! Sowohl Thomas Priglinger (Kl. 40-44), als auch Thomas Vonach (Kl. 35-39) gwinnen Ihre Altersklasse. Thomas Priglinger mit einer Top Zeit von 8 Std 58min. Er schiebt sich mit dieser Zeit als bester Altersklassenathlet im Gesamtfeld mitten unter die Profis! Gratulation von meiner Seite aus! Und zweitens muß ich sagen das der Wettkampf, abgesehen jetzt von meinem Ergebniss, mit Sicherheit zu den schönsten gehört die ich jemals bestritten habe. Superschöne Insel, tolle Menschen und eine unglaubliche Athmosphere die es locker mit jedem Ironman auf dieser Welt aufnehmen kann! Prädikat- extrem empfelenswert!!!!!!

Schon jetzt frohe Weihnachten und einen Guten Rutsch denn Wettkampfbericht gibt es heuer sicherlich keinen mehr!

Euer
Markus, ola Amigos

// Markus
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